24 Mär 2012

Arctic Report Media Monitor | week 12/2012

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Der heutige Samstag ist Welttuberkulosetag. Am 24. März 1882 hatte Robert Koch in Berlin die Entdeckung des Tuberkulose-Bakteriums bekanntgegeben. Wer glaubt, dass diese Krankheit in den Industrieländern ausgerottet ist, irrt.  Es ist ein Skandal, wie in den Inuitgebieten Kanadas diese Lungenkrankheit grassiert. Es ist unter anderem die Folge von Wohnungsnot und überfüllten Wohnungen. Jetzt hat das kanadische Gesundheitsministerium schockierende Zahlen vorgelegt. Die Tuberkulose unter Inuit ist 284 mal höher als unter der in Kanada geborenen Bevölkerung ohne Ureinwohner. Die Zahlen des Ministeriums zeichneten ein „bestürzendes Bild“ der Inuit-TB-Rate, kommentiert Mary Simon, Präsidentin der kanadischen Organisation Inuit Tapiriit Kanatami. Die Nunatsiaq News berichten:

http://www.nunatsiaqonline.ca/stories/article/65674tb_among_inuit_needs_vigilant_action_says_national_inuit_org/

http://www.nunatsiaqonline.ca/stories/article/65674feds_nunavut_researchers_take_aim_at_tb_in_nunavut/

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Mit viel Pomp hatte Kanadas konservative Regierung („Harper-Government“) im August 2007 den Bau einer Anlage für Kanadas Marine in Nanisivik, dem Ort einer inzwischen stillgelegten Blei-Zink-Mine angekündigt, alles zur Verteidigung kanadischer Souveränität in der Arktis und eine direkte Antwort auf die russische Flaggenaktion am Nordpol, wie Premierminister Stephen Harper betonte. Die Welt horchte auf: Kanada rüstet in der Arktis auf. Das soll auch weiter so sein, aber sein „much-ballyhooed plan“, sein lautstark angepriesener Plan, wie mein Kollege Jim Bell von den Nunatsiaq News heute Harpers damaligen Auftritt beschreibt, ist nun deutlich geschrumpft: Aus einer rund ums Jahr einsatzbereiten Marinebasis wird nun eine nur in den Sommermonaten nutzbare „Tankstelle“ für die noch zu schaffende Arktisflotte. Von permanent nutzbaren Quartieren für Militärpersonal ist nun auch nicht mehr die Rede.

http://www.edmontonjournal.com/Planned+Arctic+naval+base+drastically/6346607/story.html

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Zwischen Großbritannien und Japan sollen neue Unterseekabel verlegt werden, die  bisherigen Kabelstränge entlasten, die durch eine Reihe von vielbefahrenen Seegebieten im Nahen Osten und Asien laufen. Das neue Kabel soll durch den Arktischen Ozean führen: Von London zur Südspitze Grönlands, dann durch die Nordwest-Passage in Kanada, die Bering-Straße und bering-See und dann durch den Nordwest-Pazifik nach Tokio, insgesamt rund 15.000 Kilometer. Ein weiteres Kabel soll entlang Russlands Nordküste verlegt werden und ebenfalls London und Tokio verbinden. Arc Technica berichtet:

http://arstechnica.com/business/news/2012/03/europe-moving-60-ms-closer-to-japan-with-new-undersea-cables.ars

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Ein berüchtigtes Schiff hat sein Lebensende erreicht. Der Öltanker Exxon Valdez, durch dessen Havarie 1989 der Prince William Sound in Alaska verseucht wurde, wird nun verschrottet. Dies melden die Anchorage Daily News. 2008 hatte ExxonMobil das Sch iff verkauft, das danach als Dong Fang Ocean Erze transportierte.

http://www.adn.com/2012/03/20/2381544/tanker-formerly-known-as-exxon.html

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In der vom Alfred-Wegener-Institut betriebenen Antarktis-Forschungsstation Neumayer III werden zwei Frauen und sieben Männer den bald beginnenden Winter verbringen. Sie haben auch während der dunklen Monate ein umfangreiches wissenschaftliches Programm zu absolvieren. Aber auch Ablenkung ist wichtig. In ihrem Gepäck hatte das Team 27,5 Kilogramm Lego-Steine. In ihrer Freizeit wollen die Forscher ein originalgetreues Modell der Neumayer-Station bauen. Es soll, wie Spiegel Online Wissenschaft berichtet, im Maßstab 1:60 gebaut werden und 113 Zentimeter lang und 35 Zentimeter breit sein:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,821829,00.html#ref=rss

Wir wünschen den Antarktikern viel Spaß beim Bauen. Have fun!

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